Diakonie-Krankenhaus Elbingerode

fachlich kompetent - christlich engagiert

fachlich kompetent –
    christlich engagiert

Die DGD-Kliniken sind ein christlicher Klinikverbund, der den einzelnen Patienten als Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns stellt und zugleich eine medizinische und pflegerische Versorgung auf höchstem Qualitätsniveau sicherstellt.

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Informationen für Angehörige

Suchtkranke Familienmitglieder – was tun?

Während die Problemlage von suchtkranken Menschen vielfach bekannt ist und verschiedene Institutionen damit beschäftigt sind, Hilfs- und Therapieangebote für sie bereitzuhalten, trifft dies für die Angehörigen der Erkrankten nur sehr bedingt zu.
Wir wissen jedoch, dass eine Suchtkrankheit nicht nur einen tiefen Einschnitt im Leben des Patienten hinterlässt, sondern dass auch sein gesamtes soziales Umfeld auf vielfältige Weise davon berührt wird. Die nahe stehenden Bezugspersonen – insbesondere die Angehörigen des Erkrankten – haben eine große Verantwortung zu tragen. Durch die Suchterkrankung eines Familienmitgliedes verändert sich die gesamte Familie. Neue, zuvor unbekannte Probleme, entstehen und müssen bewältigt werden. Häufig haben die Angehörigen jedoch das Gefühl, keine ausreichende Unterstützung und keine informativen Gespräche zu erhalten.
Wir bieten diese Unterstützung bei allen unterschiedlichen Therapiemöglichkeiten an: in der Suchtberatungsstelle, bei einer Motivationstherapie oder auch während der medizinischen Rehabilitation sowohl in der Nachbetreuung.

Probleme der Angehörigen während einer Suchterkrankung

Die Angehörigen bzw. Familien von Suchtkranken sind täglich großen Belastungen ausgesetzt. So können sie oft nicht voraus sehen, in welcher Verfassung sie den Suchtkranken bei der nächsten Begegnung antreffen werden und wie er sich dann verhalten wird.
Gerade zu Beginn einer Suchterkrankung wissen die Angehörigen nicht, wie mit der neuen Situation umgegangen werden soll. Sie neigen dazu, sich gerade in dieser Zeit aufopferungs­voll und mit gut gemeinten Ratschlägen wie auch Appellen an den Betroffenen zu wenden, um ihn davon zu überzeugen, etwas gegen sein Suchtverhalten zu unternehmen.
Immer wiederkehrende Versprechungen des Suchtkranken aufzuhören oder seinen Konsum zumindest einzuschränken, lassen ihn mit der Zeit nicht nur immer unglaubwürdiger erscheinen, sondern lassen auch die Angehörigen immer mehr verzweifeln. Die Familienmitglieder greifen aus Unkenntnis des Sachverhalts und mangelnden Informationen heraus zu kontraproduktiven Maßnahmen, die später von professionellen Fachkräften als „co-anhängig“ identifiziert werden. Angehörige kommen beispielsweise dahin, dass sie selbst das Suchtmittel für den Betroffenen besorgen oder es in ihrer Not und aus gelebter Solidarität heraus, selbst mit einnehmen.

Informationsbedarf und Unterstützung der Familien

Das Bedürfnis der Familien von suchtkranken Menschen nach Informationen und individueller Beratung ist groß und wird aktuell kaum befriedigt. Die Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten im Gesundheitssystem verlangt von Patienten­familien eine enorme Anstrengung und einen großen Zeitaufwand. Häufig verläuft sie aber leider erfolglos. Dadurch fühlen sich viele Familien bereits zu Beginn überfordert. Erschöpfungszustände, Depressionen und Schlafstörungen sind die entsprechende Folge. Hinzu kommt das Gefühl der Scham – sie treibt viele in die Isolation.
Wir helfen den Familien in Form von Angehörigengesprächen und -seminaren, ihr Selbstvertrauen zurückzugewinnen und mit der Erkrankung des Familienangehörigen richtig umzugehen. Bei längerfristigen Suchttherapien führen wir bei Bedarf und Möglichkeit auch Paartherapien zur Aufarbeitung der Suchtentwicklung durch.
Erst die Kenntnis über die vielschichtigen Zusammenhänge einer Suchterkrankung und deren Behandlungsformen gewährleisten optimale Voraussetzungen, die Erkrankung zu meistern. Dabei wollen wir Sie als Angehörigen gern unterstützen.

Zielsetzung der Angehörigenarbeit in der Suchttherapie

Unser Ziel ist es, den Familien in ihrer Situation individuelle Hilfen anzubieten, mit der Erkrankung umzugehen und eventuellen psychischen Erschöpfungen möglichst wirksam entgegenzutreten.
Wir können und wollen mit ihnen aktuelle Problemstellungen individuell erörtern und neue Strategien des Umgangs und der Bewältigung erarbeiten.
Durch ausführliche Informationen tragen wir dazu bei, Ängste und Vorurteile gegenüber Suchtkranken, deren Krankheitsbild und dem therapeutischen Vorgehen abzubauen und so eine erfolgreiche Behandlung zu ermöglichen.
Wir möchten mit den Familien ins Gespräch kommen, sie als Angehörige auch über den klinischen Behandlungsgang aufklären, da erfahrungsgemäß aufgeklärte Patientenfamilien belastende Lebensereignisse besser verarbeiten und sich sinnvoller abgrenzen können.
Aus diesem gemeinsamen Dialog mit Ihnen erhoffen und wünschen wir uns ein allgemein verbessertes Verhältnis darüber, was „suchtkrank“ in seiner Vielschichtigkeit für alle Beteiligten bedeutet und welche Konsequenzen daraus erwachsen

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